22.03.2016
Übersetzt von Jana Cattien

Unbeweglich und zugleich ständig in Bewegung - Ouattara Bakary, oder kurz One Bak, zeigt eindrücklich, dass dies kein Widerspruch sein muss. In den 1960er Jahren ist der Burkinabé in Diébougou im Südwesten des Landes geboren. Seit dem Alter von drei Jahren ist er körperlich beeinträchtigt und lebt im Rollstuhl.

Die Bewohner seines Dorfes kennen den Ehemann und Vater von fünf Kindern aber vor allem als Gründer und Manager einer beliebten Werkstatt für Zweiräder. Zentral am Haupteingang des Marktplatzes gelegen, konnten dort bereits mehr als 20 junge Mechaniker eine Anstellung finden. One Bak hatte zwar nie die Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Seiner Geschäftstüchtigkeit tut das aber keinen Abbruch: Er führt sein Geschäft bis heute gemeinsam mit seinem Sohn weiter.

Vor Herausforderungen stellt ihn heute vor allem die fortschreitende Modernisierung der Technik. Um seinen Job gut zu machen, muss er sich weiterentwickeln und fortbilden. In seinem Vorhaben, in Zukunft ein Ausbildungszentrum für körperlich beeinträchtige Jugendliche aufzubauen, lässt sich One Bak allerdings nicht beirren.

Allem beruflichen Ehrgeiz zum Trotz träumt der leidenschaftliche Gitarrenspieler auch davon, sich künstlerisch zu verwirklichen und mit seiner Musik ein Auskommen zu verdienen. Am 26. März diesen Jahres wird er diesem Traum vielleicht einen Schritt näher kommen; dann tritt er im Rahmen der Nationalen Woche der Kultur in Bobo Dioulasso auf. Ob zukünftige Musiklegende oder nicht - mit seiner zuversichtlichen Art genießt er großen Respekt in seiner Gemeinschaft und widerspricht damit Tag für Tag aufs Neue den zweifelnden Stimmen, die ihn in Abhängigkeit wissen wollen.

Denn: „Zum Menschsein braucht es keine Füße!“