07.10.2015
Übersetzt von Elisabeth Simonson

„Okay, ich gebe zu, dass ich es gut hatte. Mein Elternhaus so groß wie eine Pilgerstätte, die Küche so schön wie ein Restaurant.“ Der junge Rapper 80 Script machte in seinem ersten Solo-Radiohit „The Aristocrats“ gleich deutlich, worum ihm es geht. Denn für ihn bedeutet das Rappen, seine Geschichte ehrlich zu erzählen. „Obwohl ich aus einer privilegierten Familie stamme, habe ich ebenso Ziele und Probleme im Leben, wie jeder andere auch“, sagt er. „Die Menschen können sich mit der Musik und meiner Geschichte identifizieren, auch wenn sie ganz anders ist als ihre eigene – sie schätzen die Ehrlichkeit.“

80 Script ist gegenwärtig einer der bekanntesten Rapper des Swasi-Hip-Hop. Seinen Erfolg hat er seiner beeindruckenden Performance beim Hipnotik-Festival zu verdanken -  für den MC der bisherige Höhepunkt seiner Karriere. Die Veröffentlichung seines herausragenden Albums „These Are The Basics“ bestätigte seine Fähigkeiten als Rapper. Auf der aus 13 Songs bestehenden Platte offenbart er seine Persönlichkeit, führt einen Schlagabtausch mit anderen MCs, betreibt Selbstreflexionen und sinniert über seine strahlende Zukunft. All das kommt daher mit einem abwechslungsreichen Mix an Beats von SubJamz, einem der Top-Musikproduzenten Swasilands.

 

 

„Ich lernte SubJamz über einen gemeinsamen Freund kennen“, erzählt der Rapper. „Die Chemie stimmte, weil seine Beats und meine Stimme sehr gut zusammen passten. Ich ging jedes Mal in sein Aufnahmestudio, wenn ich Geld hatte, und unsere Freundschaft wuchs mit der Zeit." SubJamz wurde zu seinem Mentor und gab ihm das Selbstvertrauen, das er mit seiner Musik bis dahin noch nicht aufgebaut hatte. "Wir begannen unsere Aufnahmen als ich 17 oder 18 Jahre alt war, also vor 5 Jahren, und es gibt immer noch viele Tracks, die ich mit ihm aufnehmen will.“ Der Produzent hat das Album nicht nur mit seinen Beats unterstützt, sondern hat auch das Projekt zum Großteil selbst aufgenommen und organisiert.

 

Hip-Hop in der Grundschule

Der Rapper fand im Jahr 2002 zum Hip-Hop, als er 11 Jahre alt war und die fünfte Klasse besuchte. Mit einem gleichgesinnten Musikerkollegen gründete er das Duo „Yung N Fresh“ am Ende der Grundschule. Das Duo bestand noch bis zur Mitte der High School, und danach ging 80 Script zur University of Swaziland. Dort traf er drei andere gleichgesinnte Rapper und gründete das Quartett „Forkast“. Nach zwei Radio-Singles und nur zwei Jahren zerfiel die Gruppe, weil das Studium ihnen sehr viel abverlangte. Im Jahr 2013 begann 80 Script dann seine Solo-Karriere.

80 Script
Jung, dynamisch und mit viel Stil: 80Script

Obwohl sich Hip-Hop auf dem afrikanischen Kontinent etabliert hat, wird er vielerorts noch immer missverstanden und verspottet. 80 Script hat denselben Eindruck: „Hip-Hop wird aufgrund seiner Kultur nicht unterstützt – die kollektive Mehrheit in Swasiland ist bescheiden und Hip-Hop ist dagegen aggressiv, wichtigtuerisch, provokativ.“

Erst am Anfang

Solchen Herausforderungen sagt 80 Script den Kampf an - und ist dabei optimistisch: „Hip-Hop befindet sich immer noch im Entwicklungsstadium, kommt aber voran und ist definitiv weiter als vor fünf Jahren. Die Rapper haben Auftritte, brauchen aber immer noch Nebenjobs und das ist schwer, denn die Musik verlangt einem die gesamte Zeit ab."

 

Gegenwärtig arbeitet 80 Script zusammen mit Produzenten aus Nigeria und Botswana an seinem neuen Album „That of Greatness“. „Das Projekt soll demonstrieren, wie weit wir gekommen sind“, erzählt der Rapper über das neueste Projekt. „Es ist nicht nur unser eigenes Wachstum, das wir hier thematisieren, sondern auch das der Musik selbst - im Hinblick auf Qualität, Sound und Stil.“ In wenigen Monaten soll das Album erscheinen. Man darf also gespannt sein.

 

In einer Serie über die Hip-Hop-Szene Swasilands stellen wir die vielversprechendsten Künstler vor. 

Teil 1: "Diese Künstler sollten Sie kennen. Swasilands Talente vor dem Durchbruch." 

Teil 2: „Die Queen des Swasi-Hip-Hops

Teil 3: „Englisch ist nicht mein Ding“

 

Erstveröffentlichung: The Rise Of Swaziland’s Hip-Hop Scene